Fallbeispiel Tanyel Ergebnisse der Therapie bei Angst- und Zwangsstörung

zwei ehemalige Patientinnen während eines Gespräches in der MediClin Klinik am Vogelsang

Ich habe hier meine innere Ruhe gefunden!

Heute sitzt Familie Yüksel oft zusammen, unternimmt gemeinsame Ausflüge, geht locker und entspannt miteinander um. Das war nicht immer so. Denn Tanyel Yüksel litt an einer Angst- und Zwangsstörung. Ständig wusch sie ihre Hände oder putze viermal täglich die Küche. Kein Gegenstand oder Möbelstück durfte verstellt werden. »Ich musste alles kontrollieren. Nichts durfte anders laufen, als ich es mir vorstellte. Selbst eine simple Verspätung oder ein vergessener Anruf lösten bei mir Panik aus«, blickt Tanyel zurück. Durch die Behandlung bei Professor Kizilhan und seinem Team hat sie endlich ihre innere Ruhe gefunden und konnte sich von ihrer Angst- und Zwangsstörung befreien.

»Wir mussten zunächst herausarbeiten, was die Ursachen für die Ängste sind«, erklärt Jan Kizilhan. »Das ist nicht immer einfach, denn oft liegen diese Ursachen in der frühen Kindheit.« Kennt man die Ursachen, kann man mit der Patientin die Mechanismen herausarbeiten, die zur Angst- und Zwangsstörung führen und diese dann außer Kraft setzen. »Mein ganzes Leben bestand aus Putzen und Kontrolle«, weiß Tanyel heute. »Es war nicht nur für mich furchtbar, sondern auch für meinen Mann und meine Kinder. Wenn etwas nicht in Ordnung war, habe ich alle angeschrien. Kam jemand auch nur wenige Minuten zu spät, glaubte ich an einen schrecklichen Unfall. Überall sah ich die Gefahr von Ansteckung und schweren Krankheiten. Ich wusste selbst, dass das irgendwie nicht in Ordnung ist, aber ich wusste nicht, was ich dagegen machen kann.« Tanyel wusste, dass sie etwas tun muss, damit ihre Familie nicht an ihrer Angst- und Zwangsstörung zerbricht. Den ersten Schritt hat sie selbst getan, in dem sie zur psychosomatischen Rehabilitation in die MEDICLIN Klinik am Vogelsang kam. Hier half man ihr, ihre Angst- und Zwangsstörung hinter sich zu lassen.

Prof. Kizilhan im Therapiegespräch

Während der Therapie stellte sich heraus, dass Tanyel in ihrer Kindheit viel Gewalt erlebt hat. Ihre Eltern gaben ihr nur wenig Wärme und Zuneigung. Diese fand sie erst später in ihrer eigenen Familie. Dieses Glück wollte sie festhalten und entwickelte so die Angst, irgendein Umstand könnte es ihr wegnehmen. Gleichzeitig fehlten ihr Erfahrungen und Strategien, wie sie Probleme und Konflikte bewältigen kann, weil sie dies in ihrer Kindheit nie erlebt hat.

Wir berichten über echte Patientengeschichten. Zum Schutz unserer Patienten haben wir die Namen geändert. Die Personen auf den Fotos sind nicht mit den Patienten in den Geschichten identisch.

Therapieziele bei Angst- und Zwangsstörungen

Bezogen auf psychische Funktionen

  • psychische Stabilisierung
  • Vermeidung von symptomatischen Affekten, wie Zwänge und Angst 
  • Verbesserung des Wissens über die Erkrankung 
  • Erkennen der biografischen Ursachen

Bezogen auf Aktivitäten

  • Entwicklung von Kommunikations- und Problemlösungsstrategien 
  • Erlernen von Entspannungsmethoden

Bezogen auf Kontextfaktoren (Umweltfaktoren und personenbezogene Faktoren)

  • Erkennen und Bearbeiten dysfunktionaler Interaktionsmuster 
  • Unterstützung bei der Klärung der familiären Konfliktlage 
  • Einbindung der Familie

Die schwierigste Aufgabe ist es, verborgene und verdrängte Ursachen für eine seelische Störung gemeinsam mit dem Patienten zu finden. Die dankbarste Aufgabe ist es, Ressourcen für die Überwindung der Störung zu entdecken.

Vakkas Celik
Psychologe

Vakkas Celik, Psychologe in der MediClin Klinik am Vogelsang in Donaueschingen

Vorgehensweise bei Angst- und Zwangsstörungen

  • biografische Arbeit in Einzelgesprächen 
  • Expositionstherapie (Konfrontation mit den Dingen, die Ängste auslösen) 
  • Gruppentherapie in der Muttersprache 
  • Erlernen von Entspannungsmethoden 
  • psychotherapeutische Maßnahmen 
  • Einbeziehung der Familie in die therapeutische Arbeit

Ergebnisse der Therapie bei Angst- und Zwangsstörung

Tanyel Yüksel konnte ihre Ängste überwinden. Sie ist heute eine lebenslustige Frau, die locker und entspannt mit dem Alltag und ihrer Familie umgehen kann. Ihre Familie ist sehr froh über diese Wandlung, denn Tanyels Angst- und Zangsstörung belastete alle. »Ich habe meine alte, fröhliche Tanyel wieder«, sagt ihr Ehemann. »Sie glauben gar nicht, wie schön das ist.«

Psychosomatische Therapie

Erfahren Sie mehr über die einzelnen Psychotherapieverfahren, die in der Abteilung Transkulturelle Psychosomatik eingesetzt werden.

Zum Therapiekonzept

Patientengespräch in der psychosomatischen Therapie

Kontakt

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Mona Kizilhan
Verwaltungsleitung Transkulturelle Psychosomatik

07 71 - 85 16 13
mona.kizilhan@mediclin.de

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